Pressespiegel

Neue Ausstellung im Haus Basten eröffnet - 8.11.2018

Geilenkirchen. - „Sein Bedarf an Besteck ist immens“, betonte der Aachener Kunsthistoriker Josef Gülpers in seiner Rede zur Vernissage der aktuellen Kunstausstellung im Haus Basten in Geilenkirchen. Er bezog sich mit dieser Aussage auf das Werk des Bildhauers Alexander Göttmann, der zusammen mit dem Maler Andrey Noda die letzte Ausstellung bestreitet, die der Verein „GK KULTURgut!“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Geilenkirchen in diesem Jahr ausrichtet.

Der Vereinsvorsitzende Willi Arlt begrüßte die Gäste am Sonntagmorgen zur Vernissage. Arlt kündigte an, das dem Verein „GK KULTURgut!“ zukünftig in einem leer stehenden Geschäftslokal im Gelo Carré Räume zur Verfügung stehen würden, in denen der Verein die Kunst seiner Mitglieder präsentieren werde.

Auf den Ausstellungstitel „November: Farbe und Formen“ bezog sich Bürgermeister Georg Schmitz in seinem Redebeitrag. Schmitz: „Wenn ich in diesen Tagen durch Geilenkirchen spaziere, zum Beispiel an der Wurm entlang, dann wiegen sich die letzten Blüten des Jahres sanft im Wind, noch feucht vom Morgentau. Die bunten Blätter fallen von den Bäumen, säumen windverweht den Weg und weisen mir unbestimmt die Richtung.“ Diese poetische Betrachtung der Jahreszeit leitete schön über zur fachkundigen Rede des Kunsthistorikers Josef Gülpers; schließlich nimmt auch die Kunst den Betrachter manchmal mit auf einen Weg in eine unbestimmte Richtung. Der Künstler Alexander Göttmann stellt gerne Tänzerinnen in seinen Werken dar. Andrey Nodas Bilder sind farbig, ohne nur fröhlich zu sein.

Ruhe in einer schnelllebigen Zeit

Der Maler Andrey Noda, so Gülpers, verfüge über „eine außerordentliche künstlerische Sensibilität, die feinen Nuancen seiner eigenen, inneren Zustände ins Bild zu setzen. Seine Bilder strahlen Ruhe aus.“ Dies sei angenehm in unserer schnelllebigen und hektischen Zeit. Gülpers: „Er weiß, dass die Suche nach dem Selbst Zeit benötigt.“

Die Werke Nodas seien von zwei Eigenschaften bestimmt. Eine Seite sei farbig, hell, dynamisch, dekorativ, sonnig und heiter; die andere düster und schattenhaft. Der Künstler selbst bezeichne seine Bilder als „Reise ins Ego-Zentrum“. Er beschreibe die Gesichter und Gestalten in seinen Bildern als seine individuelle Erfahrung mit Engeln und Dämonen seiner Seele. Es sei kein Zufall, dass diese Bilder typische Merkmale von Masken und rituellen Körperbemalungen sogenannter „primitiver“ Völker aufweise. Josef Gülpers: „Der existentielle Zustand ist das grundlegende Thema von Andrey Noda.“ In ihrer grundsätzlichen Einsamkeit ähnelten Nodas Figuren denen Giacomettis. Gülpers: „Wie Giacometti verfolgt er die Schaffung eines Grundbildes, eines elementaren Ausdrucks des Daseins.“

Andrey Noda sei 1962 in Alma-Ata, dem heutige Almaty in Kasachstan geboren worden. Alexander Göttmann habe zusammen mit Noda in Kasachstan Bildhauerei, Malerei und Design studiert. Neben verschiedenen Bestecken, Messern und Löffeln, verwendet Göttmann Draht in seinen Skulpturen. Eher zufällig, so Gülpers, sei Göttmann darauf gestoßen, dass ein Drahtgerüst, das er für eine Tonskulptur angefertigt habe, eine derart starke Ausdruckskraft aufgewiesen habe, dass der Ton nicht mehr nötig gewesen sei.

Draht und Blech

Göttmann liebe es, mit verschiedenen Drahtsorten, denen eine unterschiedliche Aussagekraft aufgrund ihrer unterschiedlichen Farbe zugrunde liege, seine Skulpturen aufzubauen. Gülpers: „Alexander Göttmann möchte in seinen Bildern und Skulpturen Stimmungen und seelische Impressionen wiedergeben, er möchte die Fantasie des Betrachters anregen.“

Zum Draht sei das Blech hinzugekommen. Gülpers: „Inspiriert von den geschwungenen Formen des Guggenheim Museums in Bilbao gestaltet er mit genieteten Blechen seine Figuren.“ Die Figuren zeigen Menschenvögel, mythologische Wesen und Tänzerinnen. „Die meisten seiner Wesen verfügen über Flügel“, erläuterte Josef Gülpers. Er fügte hinzu: „Es ist nicht einfach zu unterscheiden, ob es Engel, Götter, Mischwesen sind, oder ob es sich um geflügelte, sinnliche Menschen handelt.“ Der Künstler beschreibe sie als geflügelte Wesen mit weiblichen Zügen, die er als Engel der Liebe bezeichnen würde. „Ich male nicht, was ich sehe, sondern, was ich fühle“, zitierte Josef Gülpers den Bildhauer Alexander Göttmann.

Die Ausstellung im Haus Basten am Friedlandplatz in Geilenkirchen ist bis zum 9. Dezember sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 19 Uhr kostenlos zu besichtigen. Quelle: Geilenkirchener Zeitung, Text Detmar Fischer

Virtuelles Museum mit beeindruckenden Lichteffekten

Kunst für Jedermann: Der Verein GK-KULTURgut! präsentiert in virtuellen Museumsräumen Wechselausstellungen seiner Künstler.

Geilenkirchen Das neue Projekt des Vereins GK-KULTURgut! gewährt einen nicht ganz alltäglichen Streifzug durch die Welt der Kunst. Im Rahmen eines virtuellen Museumsbesuchs können Kunstliebhaber die Exponate der Vereinsmitglieder online anschauen, und das zu jeder beliebigen Tages- oder Nachtzeit.

Mit seinem virtuellen Kunstmuseum hat der Verein GK-KULTURgut! sich ein „Museum gebaut“, das in der realen Welt sicherlich ein paar Milliönchen gekostet hätte. Doch im virtuellen Raum ist Manches günstiger zu haben, auch ein Museum.

Sicherlich sei der virtuelle Rundgang mit einem echten Museumsbesuch nicht zu vergleichen, das weiß auch der Vereinsvorstand um den neuen Vorsitzenden Willi Arlt. Manch einem Besucher werde vielleicht das besondere Flair, die Dreidimensionalität des Farbauftrages und die Interaktion mit anderen Museumsbesuchern fehlen.

Dafür habe das virtuelle Kunstmuseum aber andere Vorzüge, glauben die Ausstellungsmacher. Wann habe man schon die Gelegenheit, alle Kunstwerke in einem Rundgang digital zu betrachten, die man sonst in dieser Vielzahl an einem Ort nicht erreichen könne?

Die beeindruckende 3D-Animation stellt eine wirklichkeitsnahe Veranschaulichung von Kunstgegenständen dar. Die Kunstobjekte werden in einer virtuellen Kamerafahrt dargestellt mit computergenerierten Lichteffekten.

Die Gestaltung und Umsetzung hatte Albert Baeumer aus Geilenkirchen übernommen. Dem Besucher des Museums GK-KULTURgut! eröffnet sich also eine digitale Kunstschatzkammer in einem Ambiente, das so in Geilenkirchen nicht zu finden ist. Der Vorstand geht davon aus, dass sein Kunstmuseum das erste Museum in Deutschland ist, das die Werke seiner Künstler „in einem nichtrealen 3D-Umfeld videobasiert virtuell“ präsentiert.

Die Kunstausstellung wird, wie in jedem anderen Museum auch, stets aktualisiert und erweitert. Der Eintritt ins Museum unter www.gk-kulturgut.de ist kostenfrei. Der Museumsrundgang dauert vier Minuten und 58 Sekunden.

Quelle: Geilenkirchener Zeitung, 13.11.2018, Text und Foto Detmar Fischer

Vernisage 9. September 2018 im Haus Basten - MannS Bilder

Mannsbilder zeigen „MannS Bilder“

Die ausstellenden Mannsbilder heißen Willi Arlt, Herbert Aretz, Peter Hyden und Joep Albertz. „Kerle gestanden - gereift, von Arbeit und Pflicht gezeichnet, selbstbewusst, das Selbst zeigend in Farben, in Formen, in Bildern, in Figuren, der weiche Ausdruck des harten Kerns“, mit diesen Worten beschreibt Willi Arlt seine Gedanken zum Ausstellungstitel.

Gut vernetzt

Arlt ist nicht nur einer der vier Künstler, die die Ausstellung mit ihren Werken bestückt haben; er ist auch seit Kurzem der 1. Vorsitzende des Vereins „GK-Kulturgut! — Kunst und Kultur für Geilenkirchen“. Arlt konnte zur Vernissage der Ausstellung nicht anwesend sein. Wie sein Stellvertreter Herbert Aretz erklärte, hätten sich Teile des bisherigen Vorstands, unter anderem die 1. Vorsitzende Nada Reinhardt, zurückgezogen, so dass bei der Mitgliederversammlung vor sechs Wochen ein neuer Vorstand gebildet worden sei.

Der neue 1. Vorsitzende Willi Arlt dürfte den Kunstfreunden in der Region bekannt sein. Er ist gut vernetzt, Vorsitzender von „ProArte“ in Erkelenz, Vorsitzender Vertreter im Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen und Mitorganisator beim Internet-Portal „Kunstlabor“. Herbert Aretz: „Willi Arlt hat sich bislang als Künstler einen Namen gemacht und wird in Zukunft die Belange des Vereins in engster Zusammenarbeit mit dem Vorstand führen.“ Arlt zeigt im Haus Basten eine Auswahl seiner Eisenskulpturen. Der 2. Vorsitzende des Vereins „GK-Kulturgut!“, Herbert Aretz, präsentiert Aquarelle. Peter Hyden und Joep Albertz, die ebenfalls zum Team gehören, haben sich auf Acrylbilder spezialisiert.

Herbert Aretz hieß die Vernissagebesucher, unter ihnen auch den stellvertretenden Bürgermeister, Leo Kuhn willkommen. Den Titel „MannS Bilder“ habe man als Gegenstück zur im vergangenen Jahr an gleicher Stelle stattgefundenen Frauenausstellung gewählt, erläuterte Aretz. „Ich überlasse es Ihnen als Betrachter, ob sie einen generellen Unterschied zwischen der Frauen- und der Männerkunst feststellen“, fügte er hinzu.

Zeichnungen und Aquarelle

Der Aachener Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke hatte die Aufgabe übernommen, dem Vernissagepublikum die Werke der vier Künstler näherzubringen. Tölke verwies darauf, dass die vier Männer ihre künstlerische Laufbahn begleitend oder im Anschluss an ihre berufliche Tätigkeit begonnen hätten, wobei der Beruf, etwa als Architekt, sicherlich die Kunst mit beeinflusst habe. Zeichnungen und Aquarelle seien entstanden, nach und nach hätten sich die Künstler mit den verschiedenen Materialien vertraut gemacht. Herbert Aretz zeigt Aquarelle der Völklinger Hütte. Den historisch-nostalgischen Charme der „Lost Places“, so Tölke, habe Aretz in verschiedenen Farbtönen wiedergegeben. Der Blick des Künstlers habe nicht nur die Farblichkeit reduziert, sondern auch formale Entscheidungen bei der Wiedergabe getroffen.

Eine weitere Werkgruppe von Herbert Aretz ist Hafenszenen gewidmet. Peter Hyden abstrahiert seine Bildmotive, bis diese nicht mehr auf direktem Wege zu erkennen sind. Zu seiner Arbeitsweise sagt Hyden: „Während des Schaffensprozesses untersuche ich markante Stellen des entstehenden Gemäldes und optimiere diese.“ Dirk Tölke verwies darauf, dass die Kunst auch darin bestehe, im richtigen Moment den Schaffensprozess zu beenden. Bewusst verzichtet Peter Hyden darauf, seinen Bildern Titel zu geben.

Joep Albertz wurde in der Region auch durch Ausstellungen des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen bekannt. Farbige gegenstandslose Bilder sind der Arbeitsschwerpunkt des Architekten. Kräftig leuchtend sind die gewählten Acrylfarben. Er experimentiert gerne und findet immer neue Ansätze, seine Kunst weiterzuentwickeln.

Die Eisenskulpturen von Willi Arlt entstehen oft aus Baustahl. Die menschliche Figur wird variiert. Arlt sagt zu seinen Arbeiten: „Manchmal sind die Werke aus einer Geschichte heraus entstanden, und sie materialisieren Gedanken und Gefühle.“

Die Ausstellung „MannS Bilder“ im Haus Basten ist bis zum 7. Oktober zu besichtigen, und zwar donnerstags von 16 bis 19 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie am Mittwoch, 3. Oktober, von 14 bis 18 Uhr. Quelle: Geilenkirchener Zeitung/Text Detmar Fischer

Renommierte Künstler in die Stadt holen

GEILENKIRCHEN Renommierte Künstler möchte Willi Arlt nach Geilenkirchen holen. Er weiß, dass dies nicht einfach sein wird. Gleichzeitig aber möchte er auch den heimischen Kunstschaffenden ein Forum bieten.

Willi Arlt, Künstler aus Lindern, ist der neue Vorsitzende des Vereins „GK Kulturgut! — Kunst & Kultur in Geilenkirchen“. Bei seinem Vorhaben wird Willi Arlt unterstützt vom stellvertretenden Vorsitzenden Herbert Aretz. Den Vorstand vervollständigen Schriftführerin Dr. Christiane Lork, Kassiererin Katalin Islik und die Beisitzer Erika Giegla, Peter Hyden und Joep Albertz.

Unter dem Dach von GK Kulturgut gibt es eine Künstlergruppe mit dem Namen GK Kunst, der 15 heimische Künstler angehören. „Wir wollen auf der ganzen Breite der Kultur tätig werden“, sagt Willi Arlt. Das klingt zunächst wie eine Herkulesaufgabe. Gibt es doch im Kreis Heinsberg eine Reihe Vereine von Pro Arte in Erkelenz, über den Kunstverein Canthe in Hückelhoven und den Kunstverein Region Heinsberg in Heinsberg-Unterbruch bis zum Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen, die mit der Verbreitung von Kunst schon gut beschäftigt sind.

In Geilenkirchen kommen zur Kunst noch das Theater und die Musik hinzu. Die Aufführungen des Grenzlandtheaters werden im Auftrag der Stadt Geilenkirchen angeboten — mit einem städtischen, finanziellen Schutzschild. Die musikalischen Veranstaltungen möchte der neue Vorstand in die Hände der renommierten Chorleiterin Maria Slagboom legen, wobei etwas kostspieligere Konzerte wohl nur mit Hilfe von Sponsoren gestemmt werden können.

Zentrum der Aktivitäten sollen die vier Ausstellungen sein, die übers Jahr verteilt im Haus Basten ausgerichtet werden. Die erste Ausstellung unter der Regie des neuen Vorstands wurde gerade mit Werken von Willi Arlt, Herbert Aretz, Joep Albertz und Peter Hyden eröffnet. Willi Arlt betont, er möchte mit den Ausstellungen exklusiver werden, renommierte Künstler ins Haus Basten holen. Erste Kontakte zu zwei Künstlern aus den Niederlanden wurden bereits geknüpft.

„Wir wollen kulturell voran kommen“, sagt Arlt. Er kennt die Kunstszene der Region gut und hat auch weiterreichende Kontakte im Rahmen seiner künstlerischen Ausstellungstätigkeit geknüpft. Hierin sieht er eine Möglichkeit, „renommierte“ Künstler für Geilenkirchen gewinnen zu können. Das Wort Renommee in Bezug auf einen Künstler ist ein schwer einzugrenzender Begriff. Willi Arlt erklärt ihn scherzhaft mit: „Wer zweimal beim Bäcker ausgestellt hat, ist für mich noch kein renommierter Künstler.“

Den „renommierten“ Malern, Bildhauern, Zeichnern und in anderen Sparten tätigen Kunstschaffenden blieben zwei Ausstellungen der vier jährlichen. Denn neben einer kleinen Gruppenausstellung mit Künstlern der Gruppe GK Kunst soll es auch weiterhin eine große Gruppenausstellung aller GK Künstler geben, die sich mit einem bestimmten Thema befasst. Das Thema 2019 wird die deutsch-französische Freundschaft sein. Ein Künstleraustausch mit der Partnerstadt Quimperlé ist angedacht.

Willi Arlt ist außer in Geilenkirchen auch bei Pro Arte in Erkelenz Vorsitzender und beim Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen 2. Vorsitzender. Dem Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen, so Arlt, sei es bereits gelungen, renommierte Leute heranzuholen. Das sei auch gut für das Image der Stadt. Arlt: „So soll das hier auch werden.“

In Erkelenz habe er vor drei Jahren das Kaleidoskop der Sinne wiederbelebt, das auch schon im Haus Basten präsentiert worden sei. Arlt räumt ein, dass der Unterschied zwischen einem Hobby- und einem renommierten Künstler schleichend sei. Aber da, wo studierte Künstler nicht weiterkommen, würden Autodidakten sich in den Vordergrund schieben. Professionelle Künstler, also solche, die von ihrer Kunst leben könnten, gebe es in der Region ja eh kaum.

So ein Günther Uecker, wie ihn der Kunstverein Region Heinsberg mal hatte, das wäre natürlich auch mal was für Geilenkirchen, sagt Willi Arlt. Er sei überzeugt, dass man auch mit kleinem Geld gute Kunstausstellungen zeigen könne. Arlt: „Wir wollen Geilenkirchen nach vorne bringen, - stufenweise. Wenn wir gute Kunst zeigen, animiert das auch andere Künstler hier auszustellen.“

Quelle: Geilenkirchener Zeitung, Text und Foto: Detmar Fischer